Institut für Ernährungswirtschaft und Verbrauchslehre

An Econometric Analysis of Policy Measures for Improving Food Security and Welfare in Developing Countries

In Entwicklungsländern werden verschiedenste Politikmaßnahmen angewendet, um die Bevölkerung vor Hunger und Mangelernährung zu schützen. Das Ziel dieser kumulativen Arbeit ist es, den Beitrag der unterschiedlichen Politiken zur Verbesserung der Ernährungssicherheit herauszuarbeiten.

Hierfür wird zunächst im ersten Beitrag der Arbeit ein neues mikroökonomisches Modell der Ernährungssicherheit entworfen, welches den Effekt der Budgetbeschränkung auf die Nährstoffzufuhr und die damit verbundenen Gesundheitsauswirkungen modelliert. Hierbei wird gezeigt, dass der Ernährungssicherheitsbegriff miteinschließt, dass simultan alle lebensnotwendigen Nährstoffe erschwinglich sein müssen. Vor diesem Hintergrund werden die in Entwicklungsländern verfolgten Strategien zur Verbesserung der Ernährungssicherung diskutiert.

Im zweiten Beitrag wird am Beispiel des Ghanaischen Agrarsektors ein Fokus auf die oftmals verfolgte Strategie gelegt, lokale Einkommen mithilfe von Exportförderung zu stärken. Hierfür werden ökonometrische Verfahren genutzt, welche verzerrungsfreie Schätzergebnisse gewährleisten auch wenn Exportfruchtanbauer sich deutlich von anderen Landwirten unterscheiden. Die Resultate zeigen, dass der Zugriff auf finanzielle Ressourcen sowie die Vermittlungsrolle von staatlichen Unternehmen und Kooperativen förderlich für den Exportfruchtanbau sind. Exportfruchtanbau hat positive Auswirkungen auf den Lebensstandard der Farmhaushalte, allerdings ist dieser Effekt nichtlinear und kommt vor allem bei hoher Spezialisierung zum Tragen.

Bei erheblichen Nahrungsmittelengpässen in armen Regionen wird oftmals das kontrovers diskutierte Mittel der Nahrungsmittelhilfe angewendet. In Anbetracht der Notwendigkeit eines schnellen und an der Bedürftigkeit ausgerichteten Handelns, analysieren der dritte und der vierte Beitrag dieser Arbeit unterschiedliche Aspekte der Nahrungsmittelhilfevergabe von Geberländern. Im dritten Beitrag werden die wesentlichen Determinanten der Nahrungsmittelhilfe der sechs größten Geber ermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt dieses Beitrags liegt in der Koordinierung von Nahrungsmittelhilfe aus unterschiedlichen Geberquellen. Diesbezüglich wurde mithilfe einer Systemschätzung eine signifikante Interaktion zwischen allen Geberländern nachgewiesen. Zudem lieferten alle Geber vermehrt an ärmere Länder, ließen sich allerdings stark von den Liefermengen des Vorjahres prägen.

Der vierte Beitrag erweitert die bisherigen Studien zur Nahrungsmittelhilfevergabe, indem er erstmals die Lieferung bedeutsamer Nährstoffe (Energie, Eisen, Vitamin A und Zink) untersucht. Darüber hinaus wird ein ökonometrisches Verfahren genutzt, das die nicht messbaren Unterschiede von Empfängerländern berücksichtigt und dabei unrealistisch restriktive Annahmen vermeidet. Die Resultate zeigen, dass der untersuchte Geber, die USA, trotz erkennbarer Managementprobleme und Einflüssen von Geberinteressen und Medien in der Lage ist, Nährstoffe gezielt an bedürftige Bevölkerungsgruppen zu liefern. 

 

Laufzeit: 01.10.2007 -
Projektleitung: Prof. Dr. Awudu Abdulai
Bearbeitung: Christian Kuhlgatz, M.Sc.